Texte

Weiterhören, hier gibt es nichts zu sehen!

Das Magazin der österreichischen Ex-Gürteltiere

Manuel: Hallo die Damen und Herren, und aufgepasst! Mein Name ist Puppeninspektor Falkner und das ist mein Kollege Panierinspektor Blunzenberger.

Peter: N’Abend die Herrschaften! Aua!

Manuel: Sag mal, Blunzi, was hast du jetzt wieder angestellt?

Peter: Ich hab mich am Papier geschnitten! Blasen bitte!

Manuel: Später vielleicht! (Ans Publikum gewandt) In dieser Sendung geht es darum das Bild der österreichischen Ex-Gürteltiere in der breiten Öffentlichkeit zu verbessern und Ihnen, meine werten Zuhörerinnen und Zuhörern Einblicke in unseren Berufsalltag zu gewähren.

Peter: Ganz richtig, Kollege Falkner! Aber bevor wir es soweit kommen lassen, wollen wir auf einen Hörerbrief aus der aktuellen Polizeischülerzeitung eingehen, den uns der Rekrut Hafner zukommen hat lassen. Darin heißt es: Liebes Weiterhören, hier gibt es nichts zu sehen-Team, ich tu mir immer so schwer mit der Kackordnung. Wie ging das nochmal?

Manuel: Mein lieber Hafner, mal wieder nicht aufgepasst beim Unterricht! Keine Sorge, wir haben die Kollegen von der Schulleitung bereits verständigt, die werden dir die Waden schon auf vier Uhr richten!

Peter: Für den Rest unserer Zuhörer gehen wir die Dienstgrade aber gerne nochmal im Einzelnen durch, nicht wahr, Herr Kollege!

Manuel: ACHTUNG!!!

Peter: Die Kackordnung der österreichischen Ex-Gürteltiere.

Manuel: Transpirant

Peter: Inspektor

Manuel: Panierinspektor

Peter: Puppeninspektor

Manuel: Bezirzinspektor

Peter: Abreibungsinspektor

Manuel: Trollinspektor

Peter: Kläffinspektor

Manuel: Leucht N’abend

Peter: Oberleucht N’abend

Manuel: Krautmann

Peter: Tenor

Manuel: Obersleucht N’abend

Peter: Obers

Manuel: Pritschlertier

Peter: Mineraltenor

Manuel: Mineral

Peter: Gummizar

Manuel: Obergummizar

Peter: Rad

Manuel: Oberrad

Peter: Hochrad

Manuel: Langes Porzellantier Hektor

Peter: Nicht zu vergessen Langes Porzellantier Hektor-Fußvertreter!

Manuel: Mineraltier Hektor für die Offensichtlichkeit

Peter: Und zu guter Letzt: Piepmatz!

Manuel: So und das war’s auch schon wieder mit unserer Sendezeit! Wir hoffen es hat Ihnen mindestens genauso gut gefallen wie uns. Und sie schalten auch nächsten Monat wieder ein, wenn wir Ihnen erklären wie man Hunde staffelt! Wiederhören – Hier gibt es nichts zu sehen!

Peter: So und jetzt blasen!

Manuel: (bläst während des Outros)

Herr Kniffl

Wien. Landeshauptstadt der Republik Österreich. Geburtsstadt großer Männer, Frauen und Schäferhunde mit latentem Gusto auf Wurschtsemmerln und einer dahingehend erstaunlichen Lebenserwartung von 18 Staffeln. 1, 9 Millionen Einwohner auf geschätzten 415 km² Fläche. Hier leben die beiden Moderatoren Manuel Waldner und Peter Wetzelsberger. Nicht über die ganze Stadt verteilt natürlich, sondern komprimiert auf zwei ansehnliche Klumpen Menschenfleisch. Manuel ist der haarige mit dem Grinsen, Peter der Dicke mit den Tränensäcken. Ihre Mütter haben sie so lieb, wie einen Zahnarztbesuch. „Mit Narkose geht’s!“ meint Mama Manuel und Mama Peter nickt bestätigend ein. Die Väter der beiden moderaten Ohren Wanuel Maldner und Wetter Bretzelberger, haben sich beim Zigaretten holen getroffen, um den Abwasch nicht machen zu müssen. Was Quatsch ist, denn beide Familien verfügen über eine funktionstüchtige Geschirrspülmaschine der Marke Diarrhö. Kann auch sein, dass es Gorenje war! Wie dem auch sei: Sie haben dort jedenfalls ihre Kindheit verbracht, in der Geschirrspülmaschine, die beiden Ohrwaschel-Kack-Tussen Noel Marderberger und Baby Wackelpeter-Roßschiss. Da das Rauschen der Düsen einen unglaublichen Lärm verursachte mussten die beiden Kiltpisser sehr laut sprechen, was die Aufmerksamkeit des findigen Geschäftsmanns Walter Kniffl auf sie lenkte. Er bot ihnen an eine Sendung über Sanitäranlagen zu machen. Mit „Inhalten“ wie er nicht müde wurde zu betonte, wobei er unterschlug, dass es sich hierbei um Mageninhalte handeln sollte. So kam es, dass das dystopische Duo Wampe und Flusensieb die Sendung „Show de Toilette“ moderieren durfte. Eine Sendung für die sie von Herrn Kniffl bis zum heutigen Tag keinen müden Cent gesehen haben…

Manuel: Apropos, was ist jetzt eigentlich mit unserem Geld, Herr Kniffl?

Peter: Sie haben uns doch versprochen, dass wir reich und berühmt werden, Herr Kniffl!

Manuel: Dass wir mit Frauen schlafen werden und mit Männern.

Peter: Mit Tieren, Pfanzen, Mineralien.

Manuel: Das haben Sie gesagt, Herr Kniffl!

Peter: Das haben Sie uns versprochen!

Manuel: Wo will er denn hin?

Peter: Herr Kniffl, bleiben Sie stehen!

Manuel: Jetzt steigt er in sein Auto… HERR KNIFFL!!!

(Geräusch: Abfahrendes Auto)

Peter: Tja…

Manuel: Schöne Pleite!

Peter: Vielleicht fährt er ja zum Bankomaten!

Manuel: Ja, vielleicht!

Dammriss Förster

A: Interviewer

B: Gast

A: Zehrfuss und Grieskoch zu einer neuen Ausgabe der Sendung „Essig-Schnepfen auf Toast“, das Magazin in Fragen des postimperialistischen Doppelkinns. Mein Name steht in einem Glückskeks den ich am Rückweg von der Maison d’abattage heute morgen in der Gondoliere vergessen habe, die zu deflorieren ich eine gute Stunde benötigte, da ich vom Blutlecken noch ganz aus der Puste war. Wie dem auch sei: Nennen Sie mich Ingwer Bergmann und begrüßen Sie mit mir den renommierten Geologen Doktor Wadenhuber.

B: Gruber!

A: Verzeihen Sie, Gruberhuber!

B: Wadengruber!

A: Achso, ja. Verzeihen Sie!

B: Niemals!

A: Ganz schön dünnhäutig für einen Geologen!

B: Theologe!!!

A: Nein, GEOloge! Ich hab’s hier schwarz auf weiß!

B: Mein Fehler!

A: Sagen wir einfach wir sind quitt!

B: Legen sie mir die Hand auf den Schenkel und ich überleg’s mir!

A: Sie haben doch garkeine Schenkel! Dafür erstaunlich wohlgeformte Waden. Wie kommt’s?

B: Ich bin Analdiabetiker.

A: Das beantwortet die Frage nicht.

B: War keine Absicht!

A: Was? Dass sie die Frage nicht beantworten oder dass sie die Frage nicht beantworten?

B: Richtig!

A: Was jetzt?

B: Ich möchte das Thema wechseln!

A: Gut, sprechen wir über ihr neuestes Buch: „Dammriss Förster – Das Augenlid im Kartenknipser“. Sie verarbeiten darin ihre Erlebnisse als Ministrant in einer Leprakolonie.

B: Ich hatte jeden Tag Verstopfung…

A: Daher die Analdiabetik?

B: Ich will nicht darüber sprechen!

A: Gut, sprechen wir also über das Buch: Wieviele Seiten hat es denn?

B: 240 Seiten.

A: Und die können sie alle auswendig?

B: In der Tat!

A: Was steht als Allererstes auf Seiteeeeeee… 49?

B: Triangelhaken!

A: Nun, wir werden es ihnen glauben müssen. Nachsehen könnwa ja nicht, weil sie kein Exemplar zur Ansicht mitgebracht haben.

B: To be fair: Sie sind nicht die einzige Sendung in der ich auftrete und wenn ich jeder ein Freiexemplar mitbringe, lebe ich erst recht wieder vom Finger im Hals!

A: Hand im Mund!

B: Nein, stimmt schon! Ich bin Nebenerwerbs-Synchronbrecher.

A: Ach! Und was macht man da?

B: Sollbruchstellen nachsynchronisieren! Wenn die mal wirklich brechen klingt das so gekünstelt.

A: Ich seh schon die ganze Zeit auf die Uhr und stelle fest, dass uns die Sendezeit zur Neige geht. Herr Doktor Wagengruber, vielen Dank für Nichts! Wollen sie auf dem Weg nach draußen noch was sagen? Nein?! Dann war’s das für heute wieder mit unserer Sendung „Wirsing-Schwalben unter Zwieback“, dem Magazin im Argwohn prähistorischer Wasserköpfe. Schalten sie auch nächstes Mal wieder ein, dann heißen wir Brigitte Schneelein zu Gast, Soprantrompeterin bei der Horst Tappert Gewürzdraisine. Auf Wiederkauen!

Fliege in der Suppe

Gast: G

Ober: O

Fliege: F

G: *Suppe schlürf* Mmpf… *ausspuck* Was zum…? Ober! Ober!!!

O: Sie wünschen?

G: Da ist eine Fliege in meiner Suppe!

O: Ernsthaft?!

G: Hier, Sie können es genau sehen!

O: Machen wir tatsächlich DEN blöden alten Sketch?

G: (so tuend als ob) Ich weiß nicht was Sie meinen!

O: Schon klar, wir sind hier bei Show de Toilette und überschreiten nie ein gewisses Niveau. Aber DAS?! Wirklich?!!

G: Ja, wirklich! Und jetzt mach weiter!

O: Nein!!! Ich hab nichts gesagt, als du mir den Nudeleinlauf verpasst hast – das war wenigstens kreativ! Oder als du meine Oma angezündet und vor ihrer verkohlten Leiche Kumbaya geträllert hast!

G: Damit hab ich am Ende sogar dir ein Lächeln entlockt!

O: Aber DAS HIER, diese öde Nummer ist schon in der Steinzeit in allen möglichen Varianten zu Tode geritten worden!

G: Fein, dann machen wir halt was anderes!

F: Und was ist mit mir?!

G: Tut mir Leid, er hat recht, war eine blöde Idee!

F: Werd ich wenigstens bezahlt?

G: Du hattest eh Catering!

F: Was, meinst du etwa die Kalte Suppe?!

G: Wäre dir lieber gewesen wir hätten sie heiß gemacht?

F: Nein, das ist nicht der Punkt…

O: Können wir weitermachen, ich muss nachher noch zum Augenarzt!

F: Eine Unverschämtheit! Ich muss mir das echt nicht gefallen lassen, ich war am Burgtheater, verdammt! In der Josefstadt! Ich hab die Pluhar an die Wand gespielt!

O: Wenn du so eine große Nummer bist, wie bist du dann bei uns gelandet?

F: Drogen. Spielsucht. Sex. Politik. Das Vergessen in einer Zeit der Schnelllebigkeit und der billigen Unterhaltung. Eine Zeit der *stichgeräusch* AAAAAaaah, mein Auge!!!

O: Was ist passiert?

G: Da ist ein Haar in der Suppe!

F: ICH BIN BLIND!!! ICH VERKLAG EUCH SCHWEINE, IHR HABT MIR DAS AUGENLICHT GENOMMEN!!!

G: Oh Gott, was sollen wir tun? Ich will nicht zurück ins Gefängnis! Seitdem die Seifenspender haben macht das keinen Spaß mehr!

O: Die Croutons!!! Schnell!!!

F: AAAAAHH, NICHT DIE CROUTONS!!! *Zermalmt werdend*

Pause.

O: Ist sie tot?

G: Ich weiß nicht! Wart mal… *Zerquetschgeräusch* ich spür keinen Puls!

O: Was machen wir mit der Leiche!

G: In einen Teppich einrollen und auf die Mülldeponie damit!

O: Wir haben keine so kleinen Teppiche!

G: Verdammt! Aber eine Marktlücke, da sollten wir investieren…

O: Später, ich hab eine Idee! *psychotische Musik setzt ein* Ich bring den Teller in die Küche und leer die Suppe in den Topf. Wir eröffnen ein echtes Restaurant und verfüttern sie an die Gäste, Stück für Stück. Ein Beinchen für den Herren, ein Fühlerchen für die Dame… bis nichts mehr von ihr übrig ist! Mit dem Geld das wir erwirtschaften fliegen wir nach Uruguay und fangen ein neues Leben an. Nur du und ich! *Musik reisst ab*

G: Oder wir kippen die Suppe einfach ins Klo und machen weiter!

O: Auch ne Lösung!

Gesichtsmandela

A: Guten Tag der Herr, darf’s ein bisserl mehr sein?

B: Was?!

A: Tag!

B: Durstig, wie der Brite sagt!

A: Der Brite sagt what?

B: What?!

A: Good day, dear sir, do you want a little more?

B: Was soll ich denn mit einem kleinen Moor?

A: Hemd anziehen und Schlag drauf!

B: Sind sie Rassist?

A: Nur bei Pilzen!

B: Wie machen sie dann Risotto, ganz ohne Pilze?

A: Einfach: Ich bestell ne Pizza.

B: Was für eine?

A: Fungi.

A: Aber da sind doch…

B: Ja, ich bin auch Kannibale! Pilze sind auch nur Menschen.

A: Sind sie nicht!

B: Ich sehe, wir verstehen uns!

A: Missverstehen!

B: Küss die Hand gnä‘ Frau!

A: Lassen Sie das! Haben sie keine Augen im Kopf?

B: Müsst ich nachschauen…. nnnnnnein, im Lager vielleicht.

A: Probieren sie’s im Spiegel.

B: Hhhhh!!! Oh Gott, wie seh ich denn aus?

A: Das ist das Fenster!

B: Ach so! Dachte schon…

A: Was?

B: Dass ich mich ganz schön gehen hab lassen!

A: Dabei ist’s nur die Fussgängerzone!

B: Haha

A: Haha.

B: Tja!

A: Nicht wahr?

B: Mmh!

A: (plötzlich unfreundlich) Jetzt hauen Sie ab, dieser Sketch ist zu Ende!

B: Was ist mit der Pointe?

A: Ach ja, hmm! Fällt ihnen eine Gute ein?

B: Nein! Ihnen auch nicht?

A: Pfffffffff…

B: Wie wär’s damit: Ich rutsch einfach auf einer Banane aus und gut ist!

A: Eine Banane? In einer Metzgerei?

B: Dann nehmen wir halt eine Wurst!

A: Das ist nicht dasselbe!

B: „Bana ne“ ist türkisch für „Is ma wurscht!“, insofern…

A: Ich hab heute aber nur aufgeschnittene Ware da!

B: Bana ne, machen sie schon!

A: Na gut! (schmeisst die wurscht hin) Hier! Frohes Rutschen dann.

B: (zögert)

A: Was ist, worauf warten sie noch?

B: Das ist Gesichtsmortadella!

A: Na und?

B: Das ist das Gesicht von Nelson Mandela, darauf kann ich nicht ausrutschen!

A: Das sieht nur so aus, das ist der Mortadella-Effekt!

B: Mandela-Effekt!?

A: Stimmt, da hab ich mich falsch erinnert! Rutschen sie jetzt auf dem Gesichtsmandela aus oder nicht?

B: Nein, das ist einfach nicht richtig!

A: Na gut, herrschaftszeiten! (schmeisst was anderes hin) Hier!

B: Das ist Salami!

A: Ja!?

B: Mit Pfefferrand!

A: Und?

B: Damit zerkratz ich mir nur die Lackschuhe.

A: Was ist mit der? (wirft noch eine hin)

B: Ist das echter Schinken?

A: Der? (wirft noch eine hin)

B: Nichts mit Käse, ich bin Laktoseintolerant!

A: Die? (wirft noch eine hin)

B: Ist das Bio? Das schaut nicht Bio aus!

A: (zornig) Langsam reicht’s mir mit Ihnen, das nimmt ja überhaupt kein Ende! Da liegt ja schon die halbe Ware auf dem Boden, entscheiden Sie sich jetzt endlich einmal!

B: Schon gut! Die nächste Wurscht wird’s, ich spür’s!

A: (wirft noch was hin)

B: Was ist das?!!

A: Blunzn!


Das Melanom

Peter weint leise vor sich hin.

M (tröstend): Gö, Peter! Was ist denn los?

P (weinend): Ich hab ein Melanom!

M: Was?! Zeig mal her, mein Schatz!

P: Da, schau! (zieht sein Hemd hoch.)

M: Das ist ja riesig!

P: Muss ich jetzt sterben, Manuel?

M: Wart mal, lass mich genauer schauen! (schaut eine Weile und schleckt das „Melanom“ dann weg.) Das ist kein Melanom!

P (hoffnungsfroh): Echt nicht?! Da bin ich ja beruhigt!

M: Das ist Schokolade!

P (fassungslos): Was?!!

M: Bist‘ wahrscheinlich auf einem Schokoriegel eingeschlafen!

P: Das ist ja entsetzlich!

M: Naja, in deinem Bett wird’s ausschauen, als hättest‘ reingschissen, aber wenn man das ordentlich kärchert…

P: Nein, ich mein, weil jetzt musst ja DU sterben!

M: Was? Wieso!

P: Na, du bist doch ein Hund! Und wenn ein Hund Schokolade frisst geht er ein!

M: Ich bin kein Hund, wie kommst du auf den Blödsinn?

P: Neulich hab ich dir gesagt „Sitz!“ und du da hast du dich hingesetzt!

M: Aber das mach ich ja nicht immer! Was ist zum Beispiel wenn ich schon sitze?

P: Ach ja, stimmt!


Detektivgeschichte

New Orleans, 1945. Oder Dreiviertelacht wie man in Europa sagt. Ein schwüle Hitze kroch durch die Straßen und schmierte Ferkeleien an die Hauswände. Im Bordell gegenüber spielten sie schleppenden Jazz mit einem Kehrblech und einer Rosine. Der Krieg hatte ihnen alles genommen und das Wechselgeld reichte nicht über die Rente.

Mein Büro glich dem nostalgischen Klischee eines Groschenromans: Der übliche, fliegende Staubpartikel in der sonnenverstrahlten Luft die sich durch die halbzugezogenen Jalousien quetschte, Papierkram am Schreibtisch, eine angebrauchte Flasche Whiskey, voller Aschenbecher, Trenchcoat und Fedora am Haken.. Nur das Bidet im Badezimmer wirkte irgendwie fehl am Platz. Es war schon da als ich einzog und da ich nicht wusste wozu das Ding gut ist trocknete ich Aprikosen darin. Ein schwerer Fehler!

Ich saß also da und war froh meine Diarrhö überstanden zu haben als SIE das Büro betrat. Unter ihrem wallenden roten Kleid luggten zwei Beine hervor – kann auch sein, dass es vier übereinander waren – sie schienen jedenfalls so lang als wären ihre Kniekehlen gleichzeitig ihre Achselhöhlen. Ihre roten Lippen wölbten sich groß und rund über das Ende einer verschnörkelten Zigarttenspitze. Fast sah es aus als hätte sich jemand mit blankem Arsch auf ein Chinchilla gesetzt! Ihre langen roten Haare verdeckten zur Hälfte ihr Gesicht, ein halbzugezogener Vorhang hinter dem mich müde, rotgeäderte Augen lasziv anblickten… insgesamt war alles rot an ihr. Sie sah aus wie ein Ampelmännchen!

P: Sind sie Sam Dickson? Der berühmte Privatdetektiv?

M: Ganz recht! Und mit wem habe ich das Vergnügen?

P: Mein Name ist Scarlett. Mein Nachname ist für sie ohne Belang!

M: Also, Miss Scarlett Fürsieohnebelang, womit kann ich Ihnen dienen?

P: Misses!

M: Gesundheit!

P: Ich bin verheiratet!

M: Eine Schande! Geht es um ihren Gatten? Vermuten Sie er ist ihnen untreu? Soll ich ihn beschatten und ein paar Fotos knipsen?

P: Nein, nichts dergleichen!

M: Spannen Sie mich nicht auf die Folter, gute Frau! Wo drückt der Hund, wo liegt der Schuh begraben?

P: Mister Dickson…

M: Nennen Sie mich Püppchen, Schätzchen!

P: Püppchen?!

M: Schätzchen, Sugar!

P: Schätzchen?!

M: Sugar, uh Honey-honey!

P: Ich gehe jetzt besser!

M: Er ist grün, nicht wahr?

P: Wie bitte?!

M: Der Mann den sie suchen! Grün wie nasser Kupfer!

P: Woher…

M: Ich hab das im Urin!

P: Dann sollten sie mal zum Arzt gehen!

M: Ich nehme den Fall an! 100 Dollar plus Spesen! Und sie schlagen mir nicht ins Gesicht und nennen mich ein chauvinistisches Schwein!

P: 200 ohne Spesen, ein Tritt in die Kronjuwelen und ich nenne Sie einen präpotenten Neanderthaler.

M: Deal!

P: (tritt ihm in die Kronjuwelen) Präpotenter Neanderthaler!

M: (den Tritt verkraftend) Eine Aprikose zum Abschied?

P: Da sag ich nicht Nein! (tritt nochmal zu) Der Rest ist für sie!


Wort im Orientexpress

A: (trinkt einen Schluck Bier, spuckt es aus) Wäh, das schmeckt wie Lulu!

B: Woher weißt du wie Lulu schmeckt?

A: Sag ich nicht!

B: Ach komm!

A: Ich sag nichts ohne meinen Anwalt!

B: Ich BIN dein Anwalt!

A: Seit wann?

B: Weißt du nicht mehr? Die Party gestern?

A: Was, waren wir auf einer Party? Haben wir getrunken?

B: Wir haben sogar soviel getrunken das wir nochmal rückwirkend betrunken waren, bevor wir überhaupt von der Party gewusst haben!

A: Woher weißt du das?

B: Stand in dem Brief von der Ärztekammer.

A: Ich will nicht immer Fragen stellen, mach du!

B: Was für ein Brief von der Ärztekammer?

A: Der per Einschreiben kam!

B: Ach, der Per Einschreiben, wie nett!

A: Sehr nett!

B: Wahnsinnig nett!

A: Superbananaramapyjama nett!

B: Und was spricht der Per Einschreiben?

A: Du schuldest ihm noch Zwanzig Schilling!

B: Wir haben jetzt Euro, Pech!

A: Er sagt, er will dir die Beine brechen wenn du nicht zahlst!

B: Und wenn ich zahle die Ohren oder was! Verbrechermethoden sind das!

A: Alles Verbrecher!

B: Ja!

A: Und was ist jetzt mit dem Brief?

B: Da steht drin, ich hab betrunken einen Zettel unterschrieben. Da!

A: (nimmt, liest) Du hast einer Umwandlung zugestimmt! Einer Umwandlung zu was?

B: Das haben die anscheinend auch gefragt.

A: Und?

B: Dann bist du gekommen und hast gesagt: Ich brauche einen Anwalt!

A: Ach herrje!

B: Die haben gesagt „okay“ und mich gleich wörtlich betäubt!

A: Du meinst örtlich!

B: Nein, wörtlich!

A: Was haben sie gesagt?

B: Buh!

A: WAAH!!! (fällt um)